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"Die Ausbildung des Hundes ist nicht nur eine Notwendigkeit..., denn ein Hund, der keine Möglichkeit erhält, etwas zu lernen, seine angeborenen Fähigkeiten auszuleben, der stumpft ab, verkümmert seelisch und ist eine bedauernswerte Kreatur."
Eberhard Trumler
 
 

Es ist keine Tierquälerei, wenn Sie darauf bestehen dass Ihr Hund sich Ihnen unterordnet. Im Gegenteil ist es falschverstandene Tierliebe, den Hund nicht zu erziehen.

Der Hund ist kein Kind im Pelzmantel, er ist ein Nachfahre des Wolfes und somit ein Rudeltier welches klare Strukturen braucht. Er ist uns also gar nicht so unähnlich denn auch bei uns Menschen gibt es diese Strukturen. "Unterordnung" ist nicht mit Versklavung gleichzusetzen und hat auch nichts mit dem Kasernenhofton auf manchen Hundeplätzen zu tun sondern bedeutet ein sicheres Befolgen der gegebenen Kommandos. Wenn man seinen Hund liebt, und davon gehe ich aus, will man ihm doch möglichst viel Freiheit gönnen. Diese Freiheit kann nur ein gut erzogener Hund genießen. Davon abgesehen sollte ein verantwortungsbewusster Hundehalter seinen Hund erziehen um seine Umwelt nicht zu gefährden.

Für Hunde mit Dominanzverhalten gilt: Sie sind der Boss, Sie bestimmen, wann gespielt wird und wie lange. Sie bekommen zuerst das Essen und gehen als erster durch die Tür. Sie sitzen erhöht auf dem Sofa, der Hund auf dem Boden. Sie entscheiden, ob und wann er auf das Sofa darf. Ich weiß, das hört sich schlimm an, aber seien Sie sicher, der Hund fühlt sich wohl mit dieser Regelung. Bei einem Hund, der sich von Anfang an unterordnet kann man diese Regeln selbstverständlich lockern. Ich rede hier von Hunden mit Dominanzverhalten, d.h. sie wurden in eine dominante Rolle gedrängt in der sie sich eigentlich nicht so wohl fühlen. Richtig dominante Hunde sind selten.
Der Hund soll Respekt vor seinem Besitzer haben, keine Angst. Wenn er gerufen wird, soll er freudig kommen, nicht geduckt und mit eingezogener Rute.
Hundeerziehung ist harte Arbeit die viel Zeit und Geduld erfordert. Und sehr viel Konsequenz. Es hängt vom Hund ab, wieviel Zeit, Geduld und Konzequenz zu investieren sind. Der eine Hund ist sehr sensibel, der andere ist eher dickköpfig.
Das Wort "Strafe" hat in der Hundeerziehung nichts zu suchen weil der Hund weder vorsätzlich noch böswillig handelt. Besser ist das Korrigieren eines unerwünschten Verhaltens.

Mit dem Beachten einiger Grundregeln ist schon etwas auf dem Weg zum guterzogenen Hund getan:

1. Wichtiger als bei ungewolltem Verhalten zu korrigieren ist, bei gewolltem Verhalten zu belohnen.

2. Nie aus einer momentanen Wut heraus korrigieren sondern gezielt und wohlüberlegt.

3. IMMER SOFORT loben oder korrigieren. Das folgende Beispiel ist typisch für falsches Verhalten des Hundebesitzers:
Der Hund wird gerufen, hat im Moment aber besseres zu tun und folgt nicht. Es wird dann einige Zeit lang weiter gerufen bis gebrüllt. Irgendwann kommt der Hund und wird (im besten Fall) ausgeschimpft oder (im schlimmsten Fall) verprügelt.

4. Immer in den gleichen Situationen gleich handeln. Beispiel: Mein Hund läuft beim Spazierengehen frei. Es kommen Leute mit Hund entgegen und ich rufe meinen Hund. Er kommt nicht sofort aber ich bestehe darauf. Beim nächsten mal die gleiche Situation. Ich rufe den Hund, sehe aber dann, dass ich die Leute und den Hund kenne und dass die beiden immer zusammen spielen. Trotzdem bestehe ich auf das Herkommen denn der Hund kann nicht unterscheiden wann er gehorchen muss.

5. Immer die selben Kommandos benutzen. Zum Beispiel nicht einmal "komm", dann "hier" und dann wieder "komm her" oder "hierher" rufen. Man sollte sich schon für ein Kommando entscheiden um den Hund nicht zu irritieren.

Es ist auch sehr wichtig, dass der Familienhund zuerst mal von einer Person erzogen wird und später alle anderen die Kommandos übernehmen.

6. Geben Sie niemals Kommandos bei denen von vornherein klar ist, dass sie nicht befolgt werden. Zum Beispiel: Ihr Hund, der das Grundkommando "Hier" noch nicht sicher beherrscht, spielt mit einem anderen Hund. Wenn Sie ihn jetzt rufen, ist so gut wie sicher, dass er nicht folgt. Weiterhin zu rufen oder ihm gar nachzulaufen bringt überhaupt nichts. Der Hund wird das nur für ein weiteres Spiel halten und später immer wieder "Fangen" mit Ihnen spielen. Besser ist es, an einem sicheren, eingezäunten Platz zu üben. Wenn er nicht gehorcht weggehen statt nachlaufen.

Viele Menschen erwarten offensichtlich von ihren Hunden, dass sie unsere Sprache lernen ohne unser Zutun. Eine Fremdsprache erlernen wir in der Schule oder in Kursen. Genau das sollten wir auch tun um die Hundesprache zu erlernen. Erst dann können wir dem Hund helfen, uns zu verstehen. Überhaupt, denken wir mal an unsere Schulzeit zurück. Haben wir nicht die Lehrer am meisten gemocht die ruhig und ausgeglichen waren, die uns geduldig erklärt haben was wir nicht verstanden? Oder später, am Arbeitsplatz. Welche Vorgesetzten sind beliebt und welche nicht? Wir befolgen doch die Anweisungen eines gelassenen, fairen und souveränen Vorgesetzten lieber als die eines rechthaberischen, gehetzten, ängstlichen oder agressiven Menschen. Auch wir werden doch gerne gelobt, wenn es auch nur für eine Kleinigkeit ist. Ganz genauso funktioniert die Erziehung von Hunden.



Der beste Erziehungstip der Welt

Eine zusammengerollte Zeitung kann ein nützliches Hilfsmittel bei der Erziehung Ihres Hundes sein, wenn man sie richtig anwendet. Benutzen Sie beispielsweise die Zeitung, wenn der Hund etwas anknabbert oder gerade ein Bächlein macht. Benutzen Sie sie nur, wenn Sie nicht zum richtigen Zeitpunkt eingreifen konnten, weil Sie nicht aufgepaßt haben. Nehmen Sie die Zeitung, schlagen Sie sich selbst sechsmal gegen den Kopf und wiederholen Sie dabei den Satz: "Ich habe vergessen, auf meinen Hund aufzupassen." Wenden Sie diese Technik immer wieder an. Nach einigen Korrekturen werden Sie soweit konditioniert sein, daß Sie Ihren Hund im Auge behalten! Die Zeitungsrolle sollte einzig und allein zu diesem Zweck verwendet werden. Sobald Ihr Hund über Sie lacht, loben Sie ihn.

Aus: John Ross, Hunde verstehen und richtig erziehen

 
So (KLICK HIER) sollte der Spaziergang nicht aussehen. :-)